THESEUS-Forschung vernetzt sich international zum Internet der Dienste
Am 29./30. Juni fand im Bundeswirtschaftsministerium das Internationale Symposium zum THESEUS-Forschungsprogramm statt. Rund 250 Besucher aus den THESEUS-Arbeitsgruppen, aber auch zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland nutzten die Gelegenheit zur gegenseitigen Information, zum gemeinsamen Ideenaustausch und zum Networking.
Nach einer Einführung durch Frau Staatssekretärin Dagmar Wöhrl zur Zielsetzung des BMWi widmete sich das Programm am 29. Juni vorwiegend einer Darstellung der strategischen Ausrichtung von THESEUS und von mit THESEUS vergleichbaren Projekten. Hervorzuheben ist hier beispielsweise die Keynote von Dr. Joao Schwarz da Silva (EU-Kommission), der das Internet der Zukunft als Kernthema der europäischen Politik darstellte: Worauf es ankomme, sei die Allokation vernetzter Ressourcen und die Bereitstellung dynamischer Dienste in Echtzeit. Weitere Schwerpunkte sind die Verknüpfung mit dem "Internet der Dinge" sowie mobile Dienste und Applikationen sowie die Virtualisierung der Infrastrukturen ("Cloud Computing"). Wie da Silva wies auch die Keynote von Prof. Haseyama (Projekt "Information Grand Voyage") auf die Herausforderung hin, die aktuelle und noch ansteigende Datenflut besser zu beherrschen und gesellschaftlich sinnvoll zu nutzen. Für die IBM Deutschland stellte Geschäftsführer Martin Jetter die Vision vor, smarte Infrastrukturen in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen zu schaffen. Weltweit wird die Vision des THESEUS-Programms eines "Internet der Dienste" geteilt und in Forschung und Entwicklung vorangetrieben. Den "Stand der Kunst" und die Perspektiven der für diese Vision wichtigen semantischen Technologien wurden von Prof. Rudi Studer (FZI Karlsruhe) aufgezeigt. EU-Kommissarin Nagy-Rothengass und Agata Filipowska (Poznan University of Economics) zeigten hierbei aktuelle Ergebnisse aus dem europäischen Umfeld auf und rundeten damit das Bild ab.
Der 30. Juni stand demgegenüber ganz im Zeichen technischer Workshops zu den verschiedensten Themenbereichen im Zusammenhang mit dem Internet der Dienste. Die Schwerpunkte lagen dabei auf Business-Modellen, Service-Infrastrukturen, semantischen Technologien sowie der Applikationsentwicklung. Durch die Vielzahl an attraktiven Angeboten fiel die Auswahl manchem Teilnehmer schwer. Darüber hinaus fanden auch die parallele Ausstellung mit zahlreichen Exponaten aus dem THESEUS-Umfeld und die Kickoff-Talks zu Themen wie "Image- und Video-Annotation" und "Multimedia Retrieval" guten Zuspruch.
Dr. Andreas Goerdeler, im Bundeswirtschaftsministerium verantwortlich für das THESEUS-Programm, bewertete die Ergebnisse des Symposiums am Ende des Tages positiv: "Wir sind mit THESEUS auf dem richtigen Weg. Mit THESEUS leisten wir unseren wissenschaftlichen und technischen Beitrag zum Internet der Dienste. Dabei fokussieren wir in Deutschland vor allem auf das Business-Umfeld, wobei hier die besonderen Bedingungen zum Beispiel der Technologiesicherheit zu berücksichtigen sind. Um die deutschen Ergebnisse noch sichtbarer zu machen, sollten wir jetzt darüber nachdenken, wie wir uns mit unserer Forschung in die internationale Standardisierung einbringen können."